In der neuesten Ansprache des Bundespräsidenten Gauck plädiert dieser ehrenwerte Mann für mehr Verantwortung, ergo mehr Auslandseinsätze, der Bundeswehr. Er wird unter anderem mit dem Satz: ”Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen” zitiert. Mich lässt dieser Satz aufhorchen, und es stellt sich für mich die Frage, ob eine derartige Rede nicht sehr positiv bewertet werden muss.

Nietzsche hätte sicher zu obigem Zitat großen Beifall spendiert, wenn auch unser Bundespräsident den Bogen nicht ganz so weit spannen wollte. Gauck sieht nämlich die Bundeswehr viel mehr in der Verantwortung, die Demokratie (in seinen Worten “die Freiheit”) zu verteidigen. Dies bringt uns an einen Punkt, an dem ich dem Bundespräsidenten dann doch vehement widersprechen würde. Es ist viel mehr anmaßend und zeugt von omnipotenten Wahnvorstellungen, uns die Verantwortung für die Zustände in anderen Ländern zuzuschreiben.

Und doch ziehe ich meine Hut vor Herrn Gauck. Ich mag ihm auf den polemischen Leim gegangen sein, aber die Rede wirkt auf mich frisch, unabhängig und mutig, weiter steht sie voll im Dienste hehrer Ziele. Im Phraseneintopf des täglichen Politgeschehens auf jeden Fall etwas Außergewöhnliches.

5 Kommentare

  1. *Für mich ist diese Rede ein Art Brandrede mit der Aufforderung, deutsche Soldaten wieder mehr ins Ausland zu schicken, ergo wieder mehr Krieg in die Welt zu bringen. Denn was machen Soldaten schon anderes….Und wozu ? Um deutsche und europäische wirtschaftliche Interesse zu vertreten, ergo globalen Konzernen zu helfen, ihre Produkte zu verkaufen. Und dafür wieder mal Kriege ? Hat ‘Dt. nicht bereits 2 der schlimmsten Kriege verursacht ?
    Wer jetzt kommt und sagt, der Auslandseinsatz dient der Demokratie und Friedenswahrung, ignoriert die Realität. Bsp: Afganistan: 1) Das Einzugsgebiet der Taliban ist heute 5 mal größer als vor 10 Jahren – kann man ergoogeln. 2) Erfolg in Afg: m.E. gleich Null. Damit viele Mrd. Dollar und Euro sinnlos verschleudert.
    Das Übel ist mE folgendes (sicher stark vereinfacht) : Dt. u.and. Länder verkaufen Waffen in Massen an jedermann. Wenn dann daraus solche Situationen wie bsp. in Jugoslawien entstehen, wird erst ein bischen Diplomatie gespielt und dann werden Soldaten hingeschickt. Wer zieht den Nutzen: Die Waffenhersteller.

  2. Viktoria Hammon

    Einverstanden bin ich mit dem Fingerzeig auf eine “glückssüchtige Gesellschaft” nicht. Wenn wir kein Glück anstreben, was denn sonst? Alternativ den Krieg? Mehr Auslandseinsätze dienen allein der Zunahme von Krieg und nicht nicht von Freiheit. Und schon gar nicht von Verantwortung (das andere von mir sehr geschätzte Steckenpferd von Herrn Gauck), denn wir müssen meiner Meinung nach auch aushalten können, dass andere die Übernahme von Verantwortung anders auslegen als wir.

  3. Ich geben Ihnen beiden Recht in dem Punkt, dass die Historie der Auslandseinsätze der Bundeswehr kritisch gesehen werden muss und selbst das Minimalziel der Stabilisierung im nahen Osten als verfehlt bezeichnet werden muss. Doch so gut ich den pazifistischen Standpunkt nachvollziehen kann, sehe ich nach wie vor den Bedarf an einer uns schützenden Bundeswehr. Dass diese versucht, sich an strukturelle Veränderungen in der Welt anzupassen, zeigt sie mit ihrer aktuellen Reform. Herr Gauck hat in meinen Augen in seiner Ansprache eine Menge an Mut bewiesen, indem er die “glücksüchtige Gesellschaft” in Frage stellt.

    Ich sehe die Sucht nach der Befriedigung von Bedürfnissen, die genau hierfür geschaffen wurden, als ein Produkt der Marktwirtschaft. Um die Absurde Vorstellung eines Exponentialwachstums erfüllen zu können, müssen Träume geschaffen werden, die weit über den Grundbedarf eines Menschen hinausgehen. Damit erzähle ich Ihnen natürlich nichts neues, aber in genau diesem Kontext würde ich die “glücksüchtige Gesellschaft” einordnen. Denn betrachten wir die Geschichte in Europa, so sehen wir, dass diese Form des kollektiven Strebens erst mit der Marktwirtschaft eingeführt wurde. Die Kirche hat bis zur Aufklärung noch dafür gesorgt, dass die Reinheit der Seele noch über dem persönlichen Glück stand. Die Griechen haben in den Jahrhunderten vorher vielmehr die Tragik des Lebens verehrt denn das Glück. Auch die Ägypter strebten in erster Linie an, die Grenze zum Göttlichen zu überschreiten. Nun muss sich jeder die Frage stellen, welche Gesellschaftsform er oder sie für erstrebenswerter hält. Meine Entscheidung ist jedenfalls gefallen.

  4. Dear Maria-Thanks for the link, what a wonderful read. I guess I have been in the blongigg world for such little time I have not come accross anyone who has been rude or had other intentions, I guess I have been so fortunate! I’m just thankfull that I have met so many wonderful friends like you through blongigg that are all in it for the right reasons. It’s so wonderful to have a group of friends that are true and real! As women we need to stick together, not wish negativity amongst each other! Wishing you a wonderful weekend!XOKristin

  5. nordstrom formal dress

    I gotta go with a tie between Cam’s safety to win the game and Brent Grimes INT returned for a TD only bc both plays resulted in us beating the Bengals.
    nordstrom formal dress http://www.iamsport.org/pg/pages/view/26679653/

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