Junge CDU-Abgeordnete haben gefordert, was sie als “Demographie-Abgabe” verstanden wissen wollen – eine Sonderabgabe für Kinderlose um der Gerechtigkeit willen. Ich, selbst ein Kinderloser, finde diese Idee gar nicht so abwegig wie etwa die Kanzlerin und das Gros der Parlamentarier, die von einem “Zwangssoli” für Kinderlose sprachen und den nicht wollten. Es ist ein Gemeinplatz geworden, daß Kinder, vor allem mehr als zwei, ein Armutsrisiko sind. Als Erwachsene könnnten sie, wenn sie Glück haben und einen gut bezahlten Job finden, der Armut ihrer Eltern entkommen und die Renten derer finanzieren, die sich ein schönes Leben ohne Kinder und doppelverdienend gemacht haben. Aber viele Kinder werden heute schon auf ein Leben mit Hartz IV vorbereitet, weil die Gesellschaft ihnen schon am Tag ihrer Geburt in einem bestimmten Milieu gar nicht zutraut, irgendwann vom selbstverdienten Geld zu leben. Die werden dann auch gerechterweise von den Steuergeldern der Kinderlosen unterstützt. Andere darben nach der Ausbildung in Niedriglohnsektoren oder in befristeten Arbeitsverhältnissen ohne Ausssicht auf feste Anstellung, ewige Praktikanten, verhindert an jeder Lebensplanung, in der Kinder ihren Platz haben könnten. Das ist alles bekannt und braucht an dieser Stelle nicht noch zusätzlich bejammert zu werden.

Es gab einmal einen deutschen Fußballmeister der Herzen. Das war Schalke 04. Aber das war nicht der richtige Meister. Der hieß am Ende Bayern München – sozusagen der Meister der Herzlosen. Vor noch nicht einmal zwei Jahren bei der letzten Bundespräsidentenwahl war Christian Wulff der Kandidat der Herzlosen, Joachim Gauck der der Herzen. Wulff wurde Präsident nach Elfmeterschießen und weil die Linken den Torwart mit Laserpistolen irritierten. Jetzt ist wieder Gauck der richtige Meister - nach Aufgabe des Gegners wg. moralischen Genickbruchs. Fast alle lieben ihn, den Neuen - gezwungenermaßen. Sogar Angela Merkel. Was soll man machen gegen die Liebe des Volkes? Diese Frage zerfurcht nachgerade das Gesicht der Kanzlerin – will sie doch auch vom Volk geliebt werden. Die Liebe aber duldet keine Konkurrenz um das Herz des Geliebten.